Samstag, 14. Dezember 2013

Komet Lovejoy über Wuppertal

Nachdem es den als "Jahrhundertkometen" angekündigten ISON bei seinem Periheldurchgang in Sonnennähe nicht ganz überraschend zerlegt hatte, will es der Zufall, dass ein weiterer heller Komet zu sehen ist: C/2013 R1 Lovejoy.
Lovejoy ist zwar derzeit sowohl am Abend- als auch am Morgenhimmel zu beobachten. Jedoch ist die Morgensichtbarkeit günstiger, da der Komet höher am Himmel steht. Bis zum 12. Dezember war Loverjoy noch im Sternbild Nördliche Krone zu sehen und zog dann weiter in den Herkules. 
Ausgerechnet am Freitag, den 13. Dezember war es endlich mal wieder morgens klar. Von einem dunklen Ort wäre der Komet mit bloßem Auge sichtbar, mitten aus einer Großstadt wie Wuppertal natürlich nicht. Es genügte jedoch ein Feldstecher um Loverjoy schnell und einfach zu finden. Damit waren bereits die typische Koma und ein Schweifansatz erkennbar. 
Die beiden Bilder liefern nur einen groben Eindruck der Szenerie  - am Besten selbst mal beobachten. Die Bedingungen werden jedoch nicht besser, da der Komet sich weiter von Erde und Sonne entfernt und auch die Wettervorhersage nichts gutes verspricht.


Lovejoy links im Kreis - rechts die Nördliche Krone

Lovejoy im großen Kreis mit Schweifansatz auf 11 Uhr Position. Im kleinen Kreis der Kugelsternhaufen M13.

Samstag, 30. März 2013

Rififi am Karfreitag auf der Hardt

Am Karfreitag fiel zum wiederholten Male der letzte Schnee in diesem Winter. Da drängte sich die Frage auf, ob die Termine von Weihnachten und Ostern besser zukünftig getauscht werden sollten.


Doch nicht nur die Frage, haben wir noch oder schon wieder Winter, bewegte am Karfreitag sondern auch: Haben wir schon wieder Karneval?


Natürlich nicht - wie jedes Jahr spielte die italienische katholische Gemeinde den Weg Christi an Karfreitag nach. Nur diesmal im Schnee.

  

Wer nun den Grund erkennen mag, warum die Römer nie die Germanen in den nördlichen Gebieten unterwerfen konnten, irrt. Schließlich soll die Geschichte in weit südlicheren Gefielden spielen. Und so ist der diesjährige Aufzug der Römer wohl als Kompromiss zwischen Tradition (Sandalen) und witterungsangepasster Kleidung (Handschuhe und lange Unterwäsche) zu sehen. Die bevorstehende Kreuzigung dürfte da wohl nicht der alleinige Anlass sein, kalte Füße zu bekommen.


Doch auch diesmal ließ Jesus es sich nicht nehmen, sich im Gegensatz zu seinen Mitstreitern mit freiem Oberkörper kreuzigen zu lassen.


Die Ansagen von Jesus waren auf italienisch, so dass nicht zu verstehen war, ob er sich auch über das Wetter beschwert hat. Der Tod trat jedoch so geschwind ein, dass wir Erfrieren als Ursache ausschließen können.


Und um die zeitnahe Wiederauferstehung müssen wir uns auch in diesem Jahr sicher keine Sorgen machen.

Donnerstag, 14. März 2013

Komet Panstarrs über Elberfeld

Heute ergab sich für mich die erste und nach der Wettervorhersage für die nächsten Tage auch die letzte Möglichkeit Komet Panstarrs am Abendhimmel zu beobachten.
Die erste Beobachtung gelang um 19.25 Uhr (Sonne ca. 9° unter dem Horizont) mit dem Feldstecher. Die letzte Sichtung erfolgte 19.58 Uhr, bevor der Komet hinter den horizontnahen Bäumen verschwandt. Neben dem Kern ist der Schweifansatz einfach zu erkennen. (Rechts im Bild die Friedhofskirche)


Sonntag, 9. Dezember 2012

Hardt im ersten Schnee und die Rache der Hardt

Nach dem Vorspiel am letzten Wochenende liegt am zweiten Adventswochenende die erste Schneedecke in Wuppertal in diesem Winter.
Der Botanische Garten auf der Hardt blieb wegen der Witterung geschlossen.
Die Sonne entschädigt mit einem schönen Farbenspiel, dass es so nur im Winter zu sehen gibt.
Auf den Hängen der Hardt tummelten sich reichlich Schlittenfahrer.

Auf der Nordseite der Hardt ist durch die neue Bebauung auf dem ehemaligen Jugend-Verkehrsübungsplatz ein Hang zum Rodeln weggefallen. Durch die Abgrabung ist in der letzten Woche der Hang dort abgerutscht.

Der neue Fußweg gleich hinter dem Zaun ist auf einigen Metern gleich mit abgegangen. Nicht ganz ungefährlich, was so einige "Bauexperten" dort treiben. Oder war es die unvermeitliche Rache der Hardt?

Dienstag, 18. September 2012

Tag des Geotops in der Hardthöhle

Am dritten Sonntag im September findet deutschlandweit der Tag des Geotops statt. Wie schon im letzten Jahr wurde in Wuppertal wieder das Tor zur unteren Hardthöhle geöffnet. Und wie im vergangenem Jahr war die Nachfrage so groß, dass die Termine schon frühzeitig ausgebucht waren, obwohl diesmal am Samstag und Sonntag Befahrungen angeboten wurden. Kein Wunder - die Hardthöhle ist als Großhöhle mitten in einer Großstadt besonders außergewöhnlich. Ansonsten nicht öffentlich zugänglich, konnten zum Tag des Geotops fast 100 Interessierte die Hardthöhle besuchen. Hubert Nobis von der Stadt Wuppertal und Martin Lücke von der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW e.V. unternahmen mit den Teilnehmern zunächst eine geologische Führung auf der Hardt. Anschließend folgten jeweils die vom Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. (AKKH) betreuten Befahrungen der unteren Hardthöhle. Da der AKKH mit etlichen Mitgliedern präsent war, konnten die Besucher in kleinen Gruppen von 5-8 Personen durch jeweils 3 Höhlenforscher begleitet werden.

Die erste Gruppe am Samstag vor der Befahrung ...
... danach nicht mehr ganz sauber aber begeistert.
Die Besucher konnten sich vor und nach den Befahrungen umfangreich informieren.
Auch kleinere Kriechstrecken waren auf der Runde durch die untere Hardthöhle zu bewältigen.

Dienstag, 28. August 2012

Speleo Austria 2012 - Teil 3

 Auch im dritten und letzten Teil von Speleo Austria 2012 möchte ich über Exkursionen berichten

Auffällig war, dass nur noch einige einheimische Höhlenforscher mit Karbitgeleucht unterwegs waren. Hinsichtlich der Ausleuchtung und der Lichtstimmung eigentlich schade.
Mittlerweile sind viele Höhlenforscher mit sehr leistungsstarken LED-Lampen ausgerüstet. Gerade in den großen Höhlen der Alpen mag sich das lohnen, eventuell sogar erforderlich sein. Mit deren Leistung sollte jedoch sorgsam umgegangen werden. Dazu gehört nicht nur, anderen nicht direkt in die Augen zu leuchten. Üppiges Licht führt dazu, dass sich die Pupillen von allen in der Höhle stärker schließen. Selbst von hinten stark angeleuchtet zu werden, ist wenig erfreulich. Denn rechts und links wird es zwar heller, man sieht im eigenen Schatten - also ausgerechnet dort, wo man hintritt - jedoch nicht mehr besonders viel.

17. August: Hirlatzhöhle (Alter Teil), Hallstatt 

Der Zustieg zur Hirlatzhöhle und der Eingang zur Höhle lagen diesmal tiefer, als bei den anderen Höhlen. Der Zustieg war jedoch wieder sehr steil und der Untergrund durchaus unangenehmer, als in den größeren Höhen über 1000 Metern. Aufgrund des großen Interesses wurden im Abstand von einer halben Stunde insgesamt drei Gruppen geführt.
Die Hirlatzhöhle ist mit 100 km Länge die zweitgrößte Höhle Österreichs. In deren alten Teil sind wir bis zu einer Bachschwinde gekommen - ca. 3 Stunden hin und 3 wieder zurück. Um zu den aktuellen Forschungsbereichen der Höhle vorzudringen, sind die Höhlenforscher bereits einige Tage unterwegs. Damit es schneller geht, ist der alte Teil an vielen Stellen mit fixen Leitern ausgestattet.

Ein wenig anstrengend ist die Höhlenforschung in den Alpen schon - da kann man kaum den Blick auf den Hallstätter See genießen
Ablüften und im Respektabstand zum Steinschlagbereich der Wand anschlatzen
Leitern und Seile machen die Befahrung deutlich leichter

Die notwendige Vereinzelung an den Leitern zog die Gruppe immer etwas auseinander und sorgte für kleinere Pausen
Große Pause im Biwak im Sandtunnel. Fast wie am Strand - nur ohne Sonne
Und noch 'ne Leiter
Wer mit Gummistiefeln ausgestattet war, konnte noch dem Bachlauf in seinem lehmigen Bett ein Stück in Richtung Bachschwinde folgen


18. August: Enix-Höhle am Brettstein, Bad Mitterndorf

Am letzten Exkursionstag ging es noch einmal zum Brettstein. Diesmal zur Enixhöhle. Bei deren Entdeckung, die mit kurzem Aufgraben des Einstiegs verbunden war, war jemand der Auffassung: "Des is e nix". Soweit zur Namensgebung. Die Höhle hat dann auf ca. 1900 m Ganglänge doch einiges zu bieten.

Zustieg über die Brettsteinalm - das letzte Mal bei dieser Tagung die wunderbare Aussicht genießen

Auch hier die Mondmilch an den Wänden im Schein des Karbidlicht unseres Höhlenführers Patrik
Die Höhle verfügt über große Profile und Hallen. Es sind aber auch labyrinthische Krabbelstrecken vorhanden.
Enger Eingang - große Höhle. Bei der schönen Landschaft und dem super Wetter freut man sich auch, wenn es wieder an die Sonne geht


Vielen Dank!

Bei der Jahrestagung Speleo Austria 2012 haben die Veranstalter einiges auf die Beine gestellt. Es war nur zu erahnen, wieviel Arbeit investiert wurde, um die Tagung im Vorfeld und während dessen mit Exkursionen, Vorträgen, Ausstellungen und der Versorgung zu organisieren und dabei immer noch die gute Laune zu behalten. Allein der Tagungsband ist schon beeindruckend.
Vielen Dank allen beteiligten Organisatoren, Höhlenführern und auch sonst allen, die zum Gelingen der Tagung und der Exkursionen beigetragen haben.

Samstag, 25. August 2012

Speleo Austria 2012 - Teil 2

Im zweiten Teil Speleo Austria 2012 geht es weiter mit den Exkursionsberichten

Befürchtungen im Vorfeld, dass die Schwierigkeitsgrade der Exkursionen möglicherweise größer wären, als wir das aus deutschem Flachland gewohnt sind, hatten sich nicht bestätigt. Im Gegenteil waren teilweise Ausrüstung und Kenntnisse gefordert (z.B. Selbstsicherung, SRT), die sich dann aber als unnötig heraus stellten. Der ausrichtende Verein war eher auf Sicherheit bedacht.

14. August: Dachstein Südwandhöhle, Dachstein

Mit dem Auto ging es zur Talstation der Dachsteinseilbahn und von dort an der Südwandhütte vorbei zum Eingang der Höhle im unteren Teil der Dachstein-Südwand. Da der alte Teil der Höhle auch von Bergführern mit Gruppen begangen wird, befinden sich dort Einbauten mit Stegen und Leitern. Unser Weg endete im Ramsauer Dom, dem größten Raum im alten Teil der Höhle. Von dort geht es nur noch erschwert mit SRT-Ausrüstung weiter - zuviel für eine Tagungsexkursion. Wie in den meisten Höhlen in der Region, ist die Höhle stark bewettert. In der Dachstein Südwandhöhle befindet sich eine Engstelle, in der Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h auftreten können. Bereits in einiger Entfernung war ein Brummen zu hören. In der Engstelle war man dann kurz mächtig Wind.
Die Südwandhöhle hat mitlerweile eine Ganglänge von über 10 km.

Der Eingang liegt in der Nähe des Zugangs des ziemlich neuen Klettersteigs "Anna".

Das letzte Stück des Zustiegs hatte schon Klettersteig-Charakter
Alu-Leitern mit Bohlen darüber dienten an einigen Stellen als Stege.
Auch im Ramsauer Dom ging es nur über einen Steg weiter

 

15. August: Schafsteinhöhle, Tauplitzalm 

Die Schafsteinhöhle erreicht man über die Tauplitzalm. Da uns der Almwirt auf dem Anhänger seines PKW noch etwas weiter gefahren hatte, war der Zustieg zumindest etwas kürzer als sonst. Die Schafsteinhöhle ist zum Schutz ihres Sinters verschlossen. Diesmal führte uns Sepp Steinberger, der ehemalige Obmann des VHO, der erhöhten Wert auf Sicherheit legte. Insofern verlief die Befahrung mit Gurt und Selbstsicherung. Die Sinterbildung war vergleichbar mit der Brettstein-Bärenhöhle, jedoch nicht ganz so spektakulär.

Knackiger Zustieg von der Tauplitzalm
Sepp sichert beim Aufstieg mit der Drahtseilleiter. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand von einer Drahtseilleiter abrutscht. Da die Leiter hier am Fels anliegt, ist es schwierig, ordentlich in die Sprossen zu kommen.
Auch in dieser Höhle waren viele Bereiche -wie hier diese "Brücke" - mit Mondmilch bedeckt
Beim Ausstieg aus der Höhle "dampft" es im Eingangsbereich mächtig

16. August: Stellerweghöhle (Durchquerung), SMK, Loser

Die Stellerweghöhle ist Teil des Schwarzmooskogel-Höhlensystems mit einer Länge von über 66 km. Da sich bei dieser Exkursion Ein- und Ausgang voneinander unterschieden, konnte man von einer "Durchquerung" sprechen - wenn auch eher nur am Rand der Höhle. In der Höhle waren wir dabei nur etwa 2 Stunden und damit von den Touren in dieser Woche am kürzesten. In der Ausschreibung war SRT-Ausrüstung gefordert. Ein "Bluff" wie sich herausstellte - es ging auch ganz gut ohne. Die Höhle präsentierte sich eher schmucklos, jedoch mit gigantischen Profilen und Hallen.

Der Eingang wie so oft recht schmal, dahinter aber mächtig
Eine Strickleiter mit nur 3 Sprossen. Die muss man sich gut einteilen. Es sah von oben schlimmer aus, als von hier unten.
Blick aus einer "Gallerie" von oben auf eine Gruppe Höhlenforscher in einer gigantischen Halle. Links davon geht es noch einmal ca. 40 m abwärts. Das war aber so mal eben nicht auszuleuchten.
Typisch - große Profile mit meist starkem Geröll am Boden

 Weiter geht es im dritten und letzten Teil...